Esport Industry Awards rücken den eSport in den Mittelpunkt

 

 

Möchte eine noch junge Industrie Aufmerksamkeit und dadurch Wachstum erlangen, ist sie stark darauf angewiesen, dass ihre Aktivitäten ins öffentliche Interesse gebracht werden. Gerade in Deutschland wächst der eSport beständig, hat jedoch noch nicht die Ausmaße erreicht wie in den USA oder in Teilen Asiens. Doch es gibt bereits Initiativen: Die Esport Industry Awards sollen jährlich den Fokus der Öffentlichkeit auf die großen Persönlichkeiten des eSport legen. Dabei wurden knapp zwei Dutzend Größen der Szene mit Preisen in verschiedenen Kategorien geehrt.

 

Die wichtigsten Gewinner

Insgesamt 22 Preise wurden bei der Veranstaltung im November an einflussreiche Personen des eSport-Business und der allgemeinen Szene verliehen: Die Esports Industry Awards zeichnen jedes Jahr herausragende Leistungen in den Kategorien Industry Awards, Player Awards und Play of the Year Awards aus. Die Fans können auf der offiziellen Seite selber ihre Stimme abgeben und so dabei helfen, die Gewinner zu küren. 

Als „Esport Persönlichkeit des Jahres“ wurde Eefje "Sjokz" Depoortere ausgezeichnet. Die belgische Fernsehmoderatorin mit Wohnsitz in Deutschland ist nicht nur selbst passionierte eSportlerin, sondern auch die Veranstalterin der League of Legends Championship Series. Unter Fans ist sie vor allem für ihre mitreißende Moderation bei großen Spielen bekannt. Sie setzte sich gegen Konkurrenten wie Soren Bjerg und Michael Grzesiek durch und ist die erste weibliche Gewinnerin des begehrten Preises. Persönlichkeiten wie Depoortere haben einen großen Anteil am stetigen Wachstum des eSports - noch vor einem Jahrzehnt schien es kaum vorstellbar, dass Spiele wie League of Legends große Hallen füllen oder Preisgelder in Millionenhöhe möglich machen würden. Auch große Wettanbieter bieten inzwischen E-Sport Wetten für Turniere wie den Demacia Cup (League of Legends) oder den Captain Draft (Dota 2) an. Auch Spiele wie Counterstrike: GO oder Starcraft 2 haben es so weit in den Mainstream geschafft. Für viele weitere Titel sind jedoch noch immer Persönlichkeiten wie Eefje ‚Sjokz‘ Depoortere nötig, um ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Die Vergabe ist damit auch im Sinne des zukünftigen Wachstums der Branche in jeder Hinsicht gerechtfertigt.

Weitere Preise

Als „PC Spieler des Jahres“ wurde Amer "Miracle-" Barqawi von Team Liquid für seine Erfolge bei Dota 2 ausgezeichnet: Insbesondere der Gewinn der International im letzten Jahr durch Team Liquid ist hier hervorzuheben, bei welcher über zehn Millionen Dollar an die Sieger ausgeschüttet wurden. Insgesamt sechs wichtige Turniere der Szene konnte das in den Niederlanden ansässige Team in 2017 gewinnen. Barqawi ist außerdem laut Dota’s Matchmaking Ranking (MMR) der beste europäische Spieler. 

Als „Publisher des Jahres“ wurde das für League of Legends verantwortliche Studio Riot Games ausgezeichnet. „Journalist des Jahres“ wurde Duncan "Thorin" Shields. Weiterhin erwähnenswert ist die Wahl von Mathew "FormaL" Piper zum „Konsolenspieler des Jahres“, für seine herausragende Performance bei professionellen Call of Duty Spielen. 

 

Insgesamt zeigten sich die in London abgehaltenen Esport Industry Awards 2017 als angemessene Bühne, um wichtige Persönlichkeiten der eSport Szene stärker in den Fokus zu rücken. Der eSport als Markt kann in den nächsten Jahren von derartigen Anstellungen stark profitieren - gerade in Deutschland wären Preisverleihungen eine gute Möglichkeit, um auch größere Leitmedien verstärkt auf Videospiele als Sport aufmerksam zu machen. Der eSport als Industrie kann in jedem Fall nur profitieren.

Bildquelle 1: "Sjokz-Kobe-MonteChristo-LCS-EU" by Prisencolinensinainciusol (CC BY-SA 3.0)

Bildquelle 2: Lyon E-Sport 9 (Finale) - LoL - Victory - Renegades Banditos vs Millenium" by Xavier Caré (CC BY-SA 4.0)